Yuliya Maksymova
(aka Lia Lemberg)


„Lia Lemberg“ ist mein Künstlername. Er entstand aus der Abkürzung meines Vornamens und meiner Geburtsstadt Lemberg, der siebtgrößten Stadt der Ukraine. Dort wurde ich 1975 geboren.

An der Nationalen Polytechnischen Universität in Lemberg habe ich Architektur studiert. Dieses Studium hat mich nachträglich beeinflusst. Architektur ist mehr als der Aufbau eines Gebäudes. Als Architekt gestaltet man den Raum, in dem Menschen sich bewegen.

Raum kennt keine Grenzen.

Jeder einzelne kann der Architekt seines Lebensraumes sein, auch über die Grenzen des Materiellen hinaus.Mit dieser Einstellung bin ich von der Architektur zur Kunst gelangt – als Schriftstellerin und Grafikerin.

Die Kunst des Schreibens und Zeichnens korrespondieren, und schaffen im Zusammenspiel oft ein Drittes.

Lesen Sie unten auf dieser Seite ein Fragment aus meiner neuen Geschichte „Toivo Greenwood und die Geheimnisse der Zeitwächter“. Dieses Fantasy-Werk ist von meinen Kindern inspiriert und an sie gewidmet. Gleichzeitig ist es mein literarisches Debüt in deutscher Sprache.

Grafikerin, Malerin, Schriftstellerin

„Mama, erzählst du uns heute eine Gutenachtgeschichte?
Aber wir wollen eine von dir erfundene, nicht die aus dem Buch!“
Meine Kinder


„Lycroft von Gerstenfeld“

Grafik, Illustration
(Tusche, Papier)


„Toivo Greenwood und die Geheimnisse der Zeitwächter“
Fragment

„…Wir erreichten die Kapelle in wenigen Minuten. 

„Und wie kommen wir da rein? Die Tür ist verschlossen.“ Ich rüttelte kräftig an den antiken eisernen Beschlägen, welche eine große Holztür verzierten.

Ohne etwas zu sagen, schüttelte der Kater vorsichtig die Ärmeln seines Gewandes. Kurz darauf tauchten zwei kleine Köpfchen unter den Manschetten seiner Jacke auf und fingen sofort an, die Umgebung mit ihren Schnurrhaaren zu ertasten. 

„Hey, Like, es ist keine optimale Zeit für ´nen Snack, oder?“, sagte ich etwas verblüfft.

Der Kater bemühte sich, einen verdutzten Gesichtsausdruck aufzuspielen. Dieser misslang ihm und er lächelte.

„Es ist kein Snack, du Banause, es sind meine Freunde: Hope und Faith.“ Er deutete dabei zuerst auf die grau-weiß gefleckte Ratte und dann auf die andere, die ein schneeweißes Fell hatte.

Mittlerweile kletterten zwei Nager hoch auf seine Schulter. Ich fand sie unheimlich niedlich. Aus den Büchern wusste ich, dass Ratten sehr intelligente Tiere sind. Sie bauen Gesellschaften auf, fast wie Menschen, und ihre kleinen Hände sind sehr geschickt. Sie könnten auch mit Werkzeugen umgehen, wenn sie wollten.

„Sie können beinahe jedes Schloss knacken!“, verkündete Like stolz.

„Oh wie süß die sind!“ Ich wühlte in meinem Rucksack nach dem Handy. „Darf ich ein Foto von euch machen?“

Ich trug mein Handy immer in einem Umschlag aus Alufolie, welchen ich mir selbst gebastelt hatte. Wegen Strahlung und so. Ich weiß, dass viele drüber nur lachen, aber ich glaub nun mal, dass die Dinge schädlich sind. 

„Und mir gönnst du keinen Snack?“, sagte Like grinsend.

„Das ist keine Schokolade, das ist mein Handy, das ist wegen den Stra…“, setzte ich zur Antwort an, eher mir klar wurde, dass er mich voll reingelegt hatte. Er brauchte meine Antwort gar nicht. Er lachte bereits. Und zwar richtig. Er machte einen Scherz und fand ihn selbst so witzig, dass er gar nicht aufhören konnte zu lachen. Die Geräusche, die er dabei produzierte, waren eine Mischung aus Grunzen und Pfeifen. Noch nie in meinem Leben sah ich eine lachende Katze! Wenn ihr eine Katze habt, versucht sie mal zum lachen zu bringen – es lohnt sich! Da lacht auch der Bär!..“

Yuliya Maksymova aka Lia Lemberg
„Toivo Greenwood und die Geheimnisse der Zeitwächter“
Fragment

„Hope und Faith“

Grafik, Illustration
(Tusche, Papier)