Kunst am Main, 13.9.2020

Corona zum Trotz.

Gerade in dieser und besonders für Künstler angespannten Zeit brauchen wir Menschen Kultur und künstlerische Darstellungen in jeder Form. Unsere Herzen und unsere Sinne sind angewiesen auf Neues, Schönes, Vielfältiges und auf geistige und optische Herausforderungen. Wir Menschen brauchen andere Begegnungsformen als nur die gläserne Wand der Bildschirme und Laptops: Wir brauchen Lebendigkeit und Vielfalt zum Anfassen, zum Berühren, zum Begreifen – eben das gemeinsame sozialkommunikative Erleben.


Dafür bedanken wir uns im Namen aller kreativen Kolleginnen und Kollegen für diese Ausstellungsmöglichkeit „Kunst am Main“ bei der Stadt Hanau. Zahlreiche Mitglieder vieler Hanauer Kunstvereinigungen nahmen am Sonntag, den 13. September bei strahlendem Sonnenschein das Angebot der Stadt Hanau gerne wahr und präsentierten ihre künstlerische Vielfalt einem zahlreichen und interessierten Publikum auf den Mainwiesen am Schloss Philippsruhe.
In diesem in jeder Hinsicht besonderen Jahr wurde vielen Menschen bewusst, wie wichtig ein Zusammenhalt ist und wie viel eine gegenseitige Unterstützung bedeutet. Und vielen ist dabei klar geworden, wie zerbrechlich wir sind: „How fragile we are“ – diese Textzeile aus einem bekannten Stingsong erhält in diesen Zeiten eine besondere Bedeutung.


Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung ließen sich von zu erwartendem Sonnenbrand nicht abhalten, um mit uns ins Gespräch zu kommen und über die ausgestellten Exponate lebhaft zu diskutieren. Schnell entspannen sich Gespräche über Maltechniken, Sichtweisen der Künstlerlinnen und Künstler und wer sich als Person hinter den Künstlerinnen und Künstlern verbirgt. Immer wieder wurden wir nach unserer Motivation zu den ausgestellten Objekten befragt.
Und wir alle, Zuschauer und Künstlerinnen und Künstler, waren uns schnell einig: Kunst verbindet und Kreativität vereint: Corona zum Trotz!


Ich glaube, es ist an der Zeit, den alten Mayanischen Begrüßungsspruch zu verstehen: „In Lakˋech Ala K ́in“. Das bedeutet: „Ich bin ein anderer du, du bist ein anderer ich“. Es ist in diesem anstrengenden und emotionsgeladenen Stadium der Abstandregelung immens wichtig, uns zu erinnern, was uns verbindet.
Ich bin nicht in Hanau geboren, sondern in Lemberg. Hanau ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich habe diese Stadt lieb gewonnen – weil ich hier innerhalb von so kurzer Zeit so viele wunderbare Menschen kennengelernt habe. Sie sind zu meiner neuen großen Familie geworden. Beste Voraussetzungen, um wieder schöpferisch zu werden.
Unser Kunstverein ART13 freut sich stets auf neue Mitglieder. Wir freuen uns auf neue, kreative, schaffensfreudige Menschen. Alter ist nicht wichtig. Herkunft ist nicht wichtig. Unsere Mitglieder kommen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Jeder bereichert die Gemeinschaft mit seinen Erfahrungen und seinem Wesen. Wir wachsen zusammen und unterstützen uns gegenseitig als Maler, Schriftsteller, Designer, Bildhauer und Musiker. Und wir heißen Interessierte herzlich willkommen.

Wo einer hingeht – gehen wir alle.


Lia Lemberg, Gerhard Roth, ART13 e.V.

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