Weihnachtshase.

Aus dem in Kürze erscheinenden Buch von Lia Lemberg und Gerhard Roth: „Corona-Kolumnen – konsequent kritisch karikiert“ sind untenstehende Zeichnung und Geschichte entnommen.

Weihnachten und Corona – geht das? Und ob das geht: Man braucht sich nur den Osterhasen anzusehen, der stellvertretend für den Weihnachtsmann den Christbaum schmückt. Zwar mit Viruskugeln, wenn auch mit besorgtemGesichtsausdruck, aber er tut etwas. Und genau das will uns der Osterhase ins Weihnachtsnest legen: auch wenn uns die Covid-19-Stacheln pieksen mit Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbot, so werden wir unseren ART13-Christbaum schmücken und Lichter anzünden. Sie werden zwar eine Zeit lang nur virtuell und digital brennen, aber unsere Kreativität und unser Zusammenhalt wird das Wachs sein, dass die Kerzen weiterhin am Leben erhält und sie leuchten lässt.

Mit dieser großartigen und liebevoll treffenden Zeichnung von Lia und der dazu gehörigen Geschichte vom „Weihnachtshasen“ von Gerhard wünschen wir allen Mitgliedern und Besuchern der Homepage ein Weihnachtsfest der etwas anderen Art: es wird kein rauschendes Fest voller Glitzer sein, sondern eines, das seinen Ursprüngen gerecht wird, eben des tief empfundenen Wunsches nach Frieden und der inneren Einkehr.

Und für das Jahr 2021 anstatt der Sylvesterböller euch allen eine krachende Gesundheit und grandioses Glück bei all dem, was ihr macht.

Weihnachtshasen

  Was soll ich denn schon anderes machen, als an Weihnachten als Osterhase zu kommen. Damit meine ich allerdings nicht den Klimawandel, obwohl es seit längerem an Weihnachten genauso warm ist wie an Ostern. Ich muss den Hauptweihnachtsmann vertreten. Das habe ich ihm an seinem Krankenbett versprochen. Der arme Kerl hat Covid-19. Er kann sich nicht mehr so genau an die vielen Geschenkadressen erinnern und hat außerdem keinen Geruchssinn mehr. Nicht einmal mehr die köstlichen Lebkuchen kann er riechen. Vom Glühwein ganz zu schweigen. Seit dem läuft er mit einer Schutzmaske herum.Das muss man sich mal vorstellen: ein Weihnachtsmann mit Maske! War ja vorauszusehen, dass sich einer von denen ansteckt. Wenn man all die Weihnachtsmänner und Nikoläuse in den Geschäften sieht, ohne Abstand und den menschlichen Superspreads ausgesetzt. War ja klar, dass es so kommen musste. Dazu noch die Rentiere in Quarantäne.

  Da haben wir Osterhasen es doch viel leichter. Wir arbeiten mehr im Verborgenen und huschen unerkannt überall durch. Außerdem haben wir so gut wie keinen Kontakt mit den Menschen.

  Der Hauptweihnachtsmann erklärte uns Osterhasen in einem gemeinsamen internationalen Symposium per Videokonferenz die Sachlage. Schließlich, nach eingehender Diskussion und nach Beratung mit den jeweiligen Fachausschüssen, beschlossen wir in einer nicht öffentlichen Abstimmung, dass wir Osterhasen die Weihnachtsmänner dieses Jahr vertreten. Unsere gemeinsame Sorge gilt vor allem den vielen kleinen Menschenkindern, die dieses Jahr auf keinen Fall leer ausgehen sollten. 

 Auf meine Frage nach der Gefährdung der Osterhasen, erklärte mir der Sozialbeauftragte der Weihnachtsmänner, dass unser besonderes Augenmerk den Füchsen, den Fallen und den kurzsichtigen Jägern zu gelten habe. 

 Allerdings sollten wir Osterhasen besonders in Australien vorher ein ausgeprägtes Joggingprogramm absolvieren wegen der Känguruhs, weil die in ihren großen Beuteln mit Leichtigkeit gewaltige Geschenkmengen transportieren könnten.

  Zum Schluss unserer digitalen Konferenz wünschten wir den Weihnachtsmännern alles erdenklich Gute mit einem osterhasigen: Hohoho!

(Anhang des Protokolls: muss noch kräftig geübt werden.)

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